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Informationen für Pro Senectute Kanton Zürich

Heute haben sich etwa 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pro Senectute Kanton Zürich zur neuen Pflegefinanzierung und den Stand der Umsetzung im Kanton Zürich informieren lassen. Markus Schwager, Spitex Verband Kanton Zürich, und Claudio Zogg, Curaviva Kanton Zürich, haben die Informationen präsentiert und die vielen Fragen eines aufmerksamen Publikums beantwortet.

Die gesamte Präsentation kann über den nachfolgenden Link abgerufen werden (aber Achtung: die Präsentation hat 57 Folien!):

Präsentation Pflegefinanzierung für Pro Senectute Kanton Zürich (14. Dezember 2010)


Leistungen aus Zusatzversicherungen

Hin und wieder taucht die Frage auf, ob denn die Krankenkassen aus Zusatzversicherungen im Jahr 2011 weiterhin Leistungen für den Pflegeheimaufenthalt zahlen. Gemeint sind dabei zum Beispiel Leistungen aus den Versicherungen CURA (Helsana), Pflegetaggeld (Visana), einige Variationen der HOSPITAL (Sanitas), etc. Da diese in der Regel einen Beitrag an die ,Aufenthaltskosten‘ im Pflegeheim vorsehen, werden auch im Jahr 2011 weiterhin Leistungen aus den erwähnten Zusatzversicherungen entrichtet, sofern die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind.

  • Tip:

Wenn den Krankenkassen die Heimrechnung eingereicht wird, so werden häufig nur die Leistungen aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ausgerichtet. Die Ausrichtung von Leistungen aus Zusatzversicherungen muss im Begleitbrief explizit zusätzlich verlangt werden. Damit die Krankenversicherung den Anspruch auf Leistungen prüfen kann, muss der Krankenkasse die vollständige Heimrechnung zugesandt werden (mit den Kosten für Hotellerie, Betreuung und Pflege).


Rechnungsstellung Tagesheim

Wie sieht die Rechnungsstellung für den Aufenthalt in Tagesheimen ab 1. Januar 2011 aus?

Für die Normkosten der Pflege in Tagesheimen ist die Gesundheitsdirektion davon ausgegangen, dass die Stufe BESA2 (mit einem Gegenwert von 57 Minuten pro Tag) die Pflegekosten richtig abbildet. Woher die Erkenntnis stammt, ist unklar, denn in Realität ist der Aufwand natürlich höher.

Auf Basis dieser Entscheidung betragen die Normkosten Pflege CHF 71.75 pro Tag. Gemäss Regierungsratsbeschluss Nr. 652 vom 28. April 2010 beträgt die Taxe für das Tagesheim im Jahr 2011 weiterhin CHF 45.00 pro Tag. Nach Abzug dieses Beitrags und des Eigenanteils von CHF 21.60 pro Tag bleibt CHF 5.15 als Normdefizit pro Tag, welcher der zuständigen Gemeinde verrechnet werden kann.

Dazu kommen Kosten insbesondere für Hotellerie und Betreuung, welche Rechnungsstellung auch getrennt erfolgen kann. Weitere Kosten sind Kosten für Arzt, Arznei, Therapie und Pflegematerial, Kosten für den Transport vom und zum Pflegeheim, Kosten für persönliche Auslagen, etc.


Ausserkantonale BewohnerInnen

Im Bundesgesetz zur Neuordnung der Pflegefinanzierung heisst es: "Die Kantone regeln die Restfinanzierung." Deshalb sind die Heime mit ausserkantonalen BewohnerInnen unter Umständen damit konfrontiert, dass nicht die gleichen Pflegekosten wie im Standortkanton gezahlt werden.

Um sicherzugehen, dass eine Finanzierung des Aufenthalts von ausserkantonalen Bewohnerinnen und Bewohnern in Zürcher Pflegeheimenn gewährleistet wird, empfiehlt Curaviva Kanton Zürich den Zürcher Pflegeheimen bei den zuständigen Stellen in den betreffenden Kantonen eine Kostengutsprache für den Aufenthalt ab 1. Januar 2011 einzufordern. 

Curaviva Kanton Zürich wird versuchen, nähere Angaben zu den Regelungen in anderen Kantonen und zu den zuständigen Stellen in Erfahrung zu bringen. Auf Initiative von Curaviva Kanton Zürich und der Westschweizer Kantonalverbände wird Curaviva Schweiz die Situation der interkantonalen Pflegefinanzierung kritisch verfolgen.

Ein Kanton, welcher bereits an andere Kantone und Verbände der Leistungserbringer herangetreten ist, ist der Kanton Aargau. Beachten Sie dazu die nachfolgenden drei Dokumente der Clearingstelle des Kantons Aargau:

AG_Mail-ausserkant-BewohnerInnen_Clearingstelle_201011.pdf

AG_Brief-Restkostenfinanzierung_20101115.pdf

AG_Formular_Kostengutsprache-ausserkant_201012.pdf


Verordnung über die Pflegeversorgung

Die Gesundheitsdirektion hat eine Verordnung über die Pflegeversorgung erlassen, welche voraussichtlich am 1. März 2011 in Kraft treten wird.

Curaviva Kanton Zürich hat die Anliegen der Branche am Hearing vom 7. Oktober 2010 zu den Ausführungsbestimmungen ausgiebig eingebracht und vorgängig auch schriftlich eine Stellungnahme abgegeben. Der Erfolg der Bemühungen ist bescheiden, wobei der Verdacht besteht, dass der Einsatz von Curaviva Kanton Zürich generell verdrängt wurde (vgl. Fussnote 4 auf Seite 9).

Die Verordnung über die Pflegeversorgung im Wortlaut:

Verordnung Pflegeversorgung Kanton Zürich ab 1. März 2011

Gleichzeitig hat die Gesundheitsdirektion auch die Erhebung der Pflegekosten 2008 in Zürcher Heimen und Spitexorganisationen („Studie Nabholz“) öffentlich gemacht. Diese bildete für die Gesundheitsdirektion die Grundlage zur Berechnung der Normkosten 2009, welche die Basis der Pflegefinanzierung im Kanton Zürich für das Jahr 2011 bilden:

„Studie Nabholz“ vom 24. März 2010


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