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Die Umsetzung der Pflegefinanzierung im Kanton Zürich.

Normkosten bzw. Normdefizite 2016


Mit Schreiben vom 24. August 2015 hat die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich die Vorgaben zu Normdefiziten für das Jahr 2016 bestimmt. Die Normkosten für die Zürcher Alters- und Pflegeheime (für 2015: 1.3617 pro Pflegeminute) steigen um 3.2% auf neu CHF 1.4054 pro Minute. Da sich die Krankenversicherungsbeiträge und Eigenanteile der Bewohnenden auch im Jahr 2016 nicht verändern, wirkt sich diese Erhöhung nur auf das Normdefizit aus.

Grundlage für die Ermittlung bilden die Kostenrechnungsdaten 2014 der Alters- und Pflegeheime. Die Qualität der eingereichten Daten hat sich erneut gesteigert. Curaviva Kanton Zürich stellt auch fest, dass nur noch wenige Betriebe das empfohlene Branchenmodell nicht anwenden, womit die Vergleichbarkeit der Daten immer mehr steigt.

In den nachfolgenden Links sind die Vorgaben 2016 der Gesundheitsdirektion sowie die Grundlagen der Umsetzung Pflegefinanzierung für das Jahr 2016 zu finden:

Vorgaben der Gesundheitsdirektion zu Normdefiziten im Jahr 2016

Grundlagen Umsetzung Pflegefinanzierung im Jahr 2016


Vorgaben Gesundheitsdirektion zu Normdefiziten und Rechnungslegung im Jahr 2015

Mit Schreiben vom 8. September 2014 hat die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich die Vorgaben zu Normdefiziten und Rechnungslegung für das Jahr 2015 bestimmt. Nach der Reduktion für 2014 um 5,5% (CHF 1.2259) steigen die Normkosten für 2015 um 11% auf neu CHF 1.3617 pro Minute. Da sich die Krankenversicherungsbeiträge und Eigenanteile der Bewohnenden im Jahr 2015 nicht verändern, wirkt sich diese Erhöhung nur auf das Normdefizit aus.

Die Gesundheitsdirektion und auch Curaviva Kanton Zürich konnten feststellen, dass die Qualität der Kostenrechnungsdaten markant zugenommen hat. Die Anstrengungen des Verbands mit der Einführung des KORE-Branchenmodells KGL und der Betriebe mit einer seriösen Erstellung haben zu dieser Qualitätssteigerung beigetragen. Ein Grossteil der Betriebe hat das empfohlene Branchenmodell angewendet. Eine weitere Steigerung der Qualität kann noch erreicht werden, wenn die übrigen Betriebe ebenfalls das Branchenmodell anwenden.

Die Höhe der Normkosten 2015 mag erstaunen. Andererseits ist festzuhalten, dass um einiges mehr als die Hälfte der Betriebe im 2013 höhere Pflegekosten ausweisen (die durchschnittlichen Pflegekosten pro Tag betragen gemäss Auswertung der Gesundheitsdirektion CHF 1.4184 pro Minute) und dass die Normkosten immer zwei Jahre hinterher hinken (womit die jährlichen Kostensteigerungen für zwei Jahre nicht berücksichtigt sind). 

In den nachfolgenden Links sind die Vorgaben 2015 der Gesundheitsdirektion sowie die Grundlagen der Umsetzung Pflegefinanzierung für das Jahr 2015 zu finden:

Vorgaben Gesundheitsdirektion 2015 zu Normdefiziten und Rechnungslegung

Grundlagen Umsetzung Pflegefinanzierung 2015


MM_Pflegefinanzierung_ungenügend_20140716.pdf

Auswertung Kostenrechnung 2013

Nach dem Schock der letztjährigen Festsetzung von reduzierten Normkosten für das Jahr 2014 hat Curaviva Kanton Zürich Anstrengungen unternommen, die Datenqualität der Kostenrechnungen zu verbessern. Dazu gehörten auch die rege besuchten Einführungsveranstaltungen zum neuen KORE-Modell, dem Branchenmodell KGL, welches neu zur Anwendung empfohlen wurde.

Wie schon in den vorangegangenen Jahren hat Curaviva Kanton Zürich die Zürcher Pflegeheime aufgefordert, die Kostenrechnung für das Jahr 2013 einzureichen. Es ist eine Rekordmenge an Kostenrechnungen eingereicht worden. Der Gesamtdatenbestand umfasst 153 Betriebe in 116 Organisationen mit gegen 75% aller Aufenthaltstage (4'353’646 von 5'841’885, was 74,52% entspricht) in Alters- und Pflegeheimen des Kantons Zürich. Der überwiegende Teil der Kostenrechnungen (Basis 133 Betriebe) wurde anhand der neuen Vorlage des Zürcher Branchen-Modells erstellt. 

Die umfassende Datengrundlage mit 4,35 Mio. Aufenthaltstage, 356,66 Mio. Pflegeminuten und 1'358,75 Mio. Kosten erlauben uns, ausführlichere Auswertungen vorzunehmen. Die Pflegekosten haben sich gegenüber dem Vorjahr verteuert. Der Mittelwert liegt bei CHF 1.46 pro Minute und der gewichtete Mittelwert bei CHF 1.43 pro Minute. Das 50ste Perzentil haben wir auf Basis der erbrachten Pflegeleistungen errechnet und weisen für diesen Betrieb einen Wert von CHF 1.40 pro Minute aus.

Anhand der Auswertung lässt sich feststellen, dass 80% der Betriebe höhere Pflegekosten ausweisen als durch die aktuellen Normkosten gedeckt wäre. Dieser Umstand weist auf die ungenügende Umsetzung der Pflegefinanzierung im Kanton Zürich hin, weshalb Curaviva Kanton Zürich sich entschieden hat, dazu eine Medienmitteilung zu verfassen, welche heute publiziert wurde: 

Medienmitteilung vom 16. Juli 2014

Die Gesamtauswertung der Kostenrechnung 2013 weist durchschnittliche Kosten für die Hotellerie von CHF 135.61, für die Betreuung von CHF 47.86 und für die Pflege CHF 135.78 pro Tag. Die Berechnung des Mittelwertes in der Betreuung weicht von den früheren Auswertungen ab, in welchen die Tage in der Stufe 0 nicht zu den Betreuungstagen mitgerechnet wurden. Entsprechend ist auch der Mittelwert im Jahr 2013 deutlich tiefer als im Jahr 2012 (und deshalb nicht gut vergleichbar mit den Vorjahren).


Vorgaben der GD zu Normdefiziten definitiv

Curaviva Kanton Zürich hat sich vehement und mehrfach gegen die zu tiefe Normkostenvorgabe 2014 der Gesundheitsdirektion für die stationäre Langzeitversorgung eingesetzt, konnte aber keine Änderung erwirken.

Vorgehen gegen die Senkung der Normkosten um 5,5%

Nach der ersten Eingabe und einer sehr pauschalen Antwort der Gesundheitsdirektion hat Curaviva Kanton Zürich eine zweite Eingabe an den Regierungsrat gerichtet. Daraufhin hat die Gesundheitsdirektion die Verbände Curaviva Kanton Zürich, Gemeindepräsidentenverband, senesuisse und vzk zu einem Gespräch (16.10.2013) eingeladen. Die tiefe Festsetzung der Normkosten 2014 auf der Basis von CHF 1.2259/Minute (2013: CHF 1.2978) hängt mit zwei Faktoren zusammen:

  1. Die Gesundheitsdirektion hat die Methode zur Ermittlung des 50. Perzentils ohne vorhergehende Ankündigung geändert. Bis anhin hat man das 50. Perzentil der berücksichtigten Pflegeheime als massgeblich erklärt. Neu nun ist „der Aufwand des teuersten jener Pflegeheime, die zusammen 50% aller Pflegeleistungen am kostengünstigsten erbringen“ (§16 Abs. 2 Pflegegesetz) ermittelt worden. Die Änderung der Methodik ist grundsätzlich gesetzeskonform, sehr ungewöhnlich ist jedoch die Änderung ohne vorherige Kommunikation.
  2. Für das Benchmark hat die Gesundheitsdirektion die Minuten je nach Bedarfssystem kalibriert (+9%, - 2%), ohne die zugehörigen Pflegekosten der betroffenen Betriebe anzupassen. Dazu hat Curaviva Kanton Zürich nach der Sitzung vom 16. Oktober 2013 erneut interveniert mit dem Argument, dass das Benchmark mit kalibrierten Minuten und unkalibrierten Kosten nicht zum korrekten Ergebnis führt. Deshalb sei für die Normkosten 2014 nochmals die alte Methodik (Normkosten bei CHF 1.30) oder dann die neue Methodik mit unkalibrierten Minuten (Normkosten bei CHF 1.2752) anzuwenden. Die Gesundheitsdirektion erachtet aber das Benchmark als korrekt und geht nicht einig mit der Forderung von Curaviva Kanton Zürich.


Nähere Angaben sind auch aus der Sprachregelung zu den Normdefiziten 2014 für Pflegeheime zu ersehen, welche von der Gesundheitsdirektion in Zusammenarbeit mit den Verbänden erarbeitet wurde:

Link: Sprachregelung Normdefizite 2014

Vorgaben der Gesundheitsdirektion 2014 für die stationären Leistungserbringer

Die Normkosten sind also auf der Basis von CHF 1.2259 pro Minute von der Gesundheitsdirektion festgesetzt (vgl. Link Vorgaben GD 2014). Einfluss bei der Aufteilung der Pflegekosten auf die Finanzierungsträger (Krankenversicherung, Gemeinde, Bewohnende) haben im Kanton Zürich auch die nochmals (und letztmals) verkürzten Beiträge der Krankenversicherungen (CHF 9.00 pro Stufe). Auf Basis der Normkosten hat Curaviva Kanton Zürich wie in den Vorjahren eine Tabelle erstellt:

Link: Grundlagen Umsetzung Pflegefinanzierung im Jahr 2014

Eine Kürzung bzw. Streichung der Normdefizite müssen für 2014 Spitexorganisationen hinnehmen, welche keinen Leistungsauftrag der öffentlichen Hand haben. Die entsprechenden Normdefizite wie auch die der Spitexorganisationen mit Leistungsauftrag können den Vorgaben der Gesundheitsdirektion zu den Normdefiziten 2014 entnommen werden.

Link: Vorgaben der Gesundheitsdirektion zu den Normdefiziten 2014

Taxbegrenzung Ergänzungsleistungen 2014

Auf Antrag von Curaviva Kanton Zürich und nach Gesprächen mit dem kantonalen Sozialamt wurde die Taxbegrenzung der Heimkosten für die Berechnung der Ergänzungsleistungen zur AHV/IV erhöht, jedoch nicht im gewünschten und erforderlichen Ausmass. Die neue Taxbegrenzung für Alters- und Pflegeheime ab 1. Januar 2014 beträgt CHF 255.00 pro Tag (bisher CHF 250.00 pro Tag).

Vorgaben der GD zu Normdefiziten 2014 und Antrag um Korrektur

Ungläubig hat Curaviva Kanton Zürich von den Vorgaben der Gesundheitsdirektion zu den Normdefiziten 2014 für stationäre Langzeiteinrichtungen Kenntnis genommen. 

Vorgaben Gesundheitsdirektion zu Normdefiziten 2014 (Link)

In Kenntnis der repräsentativen Auswertung der Kostenrechnung 2012 von Curaviva Kanton Zürich, welche eine Steigerung der Pflegekosten gegenüber dem Jahr 2011 von 4,1% ausweist, hat die Gesundheitsdirektion die Normkosten 2014 gegenüber 2013 um 5,5% gesenkt!

Die Gesundheitsdirektion erklärt die Reduktion mit der Kalibrierung. Die Kalibrierung wurde aber per 1. Januar 2013 umgesetzt und die Auswirkungen haben die Betriebe -  sei es positiv oder negativ, aber in der Gesamtheit kostenneutral – gespürt. Auf das Jahr 2014 kann die Kalibrierung keine und vor allem keine kostensenkenden Auswirkungen haben.

Curaviva Kanton Zürich hat auf die Vorgaben 2014 reagiert (vgl. Brief an Regierungsrat Heiniger im nachfolgenden Link) und wird die Mitglieder über den weiteren Verlauf orientieren.

Antrag Korrektur an Regierungsrat Heiniger (Link)

Eine Aufforderung an die Mitglieder: Nutzen Sie Ihre Kontakte zu politisch interessierten Kreisen auf kantonaler Ebene und sensibilisieren Sie sie zum Einsatz gegen diese Fehlinterpretation!


Einigungen zur AueP sowie Tag/Nacht noch nicht da

Die Verhandlungen mit den verschiedenen Krankenversicherungsgruppen zu den Tarifen für die Akut- und Übergangspflege dauern noch an. Auch die Einigungen zur Abrechnung der Aufenthalte in Tages- und Nachtstrukturen sind noch nicht spruchreif.

Akut- und Übergangspflege

Die Vertragsverhandlungen mit den beiden Krankenversicherungsgruppen sind im Januar fortgesetzt worden und werden noch andauern. Deshalb gilt vorderhand die Empfehlung: einstufen und mit Abrechnung zuwarten.

Tages- und Nachtstrukturen

Das Gesetz sieht vor, dass die Leistungen in den Tages- und Nachtstrukturen auch nach Stufen abgerechnet werden müssen. Das entsprechende Hilfsformular haben wir in einem Mailing versandt, vgl.

http://www.pflegefinanzierung-zh.ch/fokus-zurich/bedarfserhebung-bei-tages-.html

Wir hoffen, bald nähere Ergebnisse präsentieren zu können. Die Mitglieder von Curaviva Kanton Zürich werden dann umgehend informiert.


Bedarfsmeldung beim Wechsel auf 12 Stufen?

In den letzten Tagen ist die Frage aufgetaucht, ob beim Wechsel auf die 12 Stufen (seit 1. Januar 2013) eine neue Bedarfsmeldung erstellt werden muss. Dies ist aufgrund von Kontakten mit Krankenversicherungen nicht unbedingt notwendig. Es gilt deshalb Folgendes:

Einstufung mit RAI/RUG oder mit BESAL K2005:

1. Bleibt der Pflegebedarf gegenüber Dezember 2012 unverändert (keine Statusveränderung) bzw. wenn nicht ohnehin eine Einstufung fällig ist (in der Regel alle sechs Monate), dann muss man keine separate Meldung an die Krankenversicherung gemacht werden. Die aktuelle Einstufung (RUG oder BESA-Punktezahl) ist aus dem letzten Bedarfsmeldeformular zu entnehmen. Die neue Stufe ergibt sich aus der neuen Zuordnung in die zwölf Stufen. Stellt sich die Krankenversicherung auf den Standpunkt, es brauche einen neuen Ausweis, so kann eine Kopie des alten Bedarfsmelde-formulars geschickt werden zusammen mit der nachfolgenden Tabelle mit der Zuordnung:

http://www.pflegefinanzierung-zh.ch/wechsel-12-stufen_2013.pdf

2. Liegt eine Statusveränderung vor oder ist eine periodische Einstufung fällig, so ist das neue Bedarfsmeldeformular, wie es die Bedarfserhebungs-instrumente RAI/RUG und BESA zur Verfügung stellen, zu verwenden.

Einstufung mit BESA LK2010:

Es gibt einige Betriebe, welche ab 1. Januar 2013 neu BESA LK2010 anwenden. Diese müssen immer eine neue Einstufung vornehmen und diese mit dem vom Instrument vorgesehenen Bedarfsmeldeformular der Krankenversicherung melden.

Akut- und Übergangspflege ab 1. Januar 2013 (provisorisch)

Durch die neue Tarifssystematik müssen ab 1. Januar 2013 neue Tarife für die AueP-Leistungen im stationären Bereich mit den Krankenversicherungen vereinbart werden.

Mit den Krankenversicherungen Helsana, Sanitas und KPT (HSK) wurde vereinbart, dass provisorisch ab 1. Januar 2013:

  • eine Einstufung mit den Instrumenten der Langzeitpflege erfolgen soll.
  • provisorisch auf Basis der Normkosten 2013 des Kantons Zürich für die Pflegeheime abgerechnet werden darf (Anteil 45% Krankenversicherung, Anteil 55% Gemeinden). Bitte beachten Sie die Tabelle in diesem Link.
  • als Voraussetzung zur Vergütung die Verordnung des Spitalarztes und das Bedarfsformular vorliegen muss.

Für die Abrechnung der AueP-Leistungen bei den übrigen Krankenversicherungen: Es wird empfohlen, einstweilen eine Einstufung mit den Instrumenten entsprechend der neuen Tarifsystematik mit den 12 Stufen à 20 Minuten vorzunehmen. Mit einer Abrechnung muss zugewartet werden.


Die Verhandlungen mit den Krankenversicherungen werden Ende zweite Woche Januar 2013 fortgesetzt. Über die definitiven Vereinbarungen werden die Betriebe orientiert.


© Curaviva Kanton Zürich 2014